Fotos und Text: Susanne Ruegg

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Fotos und Text: Susanne Ruegg
Am Samstag, 9. Juni 07 „flogen“ wir „Kolibris“ mit den Eltern und Geschwistern auf die andere Albis-Seite nach Langnau a.A. in den Tierpark Langenberg.
Fast alle Kolibri-Kinder konnten mit dabei sein!
Wir waren eine so grosse Gruppe, dass wir uns für die Führung teilen mussten:
Die Kinder (und einzelne Eltern) „verschwanden“ mit Ursula Dürst von der Waldschule gleich im grossen Tierpark-Gebäude, wo sie vieles über einzelne Tierpark-Tiere erfuhren, erraten…
... und ertasten konnten.
Alles waren einmal einheimische Tierarten: Bären, Elche, Wisent, Feldhasen, Wildkatzen, Luchse, Steinböcke, Wölfe, Wildschweine…..– zum Teil sind sie bis heute ausgestorben oder ausgerottet worden, zum Teil aber auch sehr erfolgreich (Steinbock) oder mit noch nicht ganz durchschlagendem Erfolg (Luchs) wieder ausgewildert worden.
Die Kinder beschäftigten sich bei Frau Dürst in erster Linie mit dem Steinbock und dem Wolf.¶
Die restlichen Erwachsenen erhielten eine Führung vom Leiter des Tierparks, Andreas Reifler. Er hat – wie er selber sagt – den schönsten Beruf, den es gibt. Er berichtete von sich persönlich und seinen beruflichen Stationen, die ihn, den Appenzeller, schliesslich als „Entwicklungshelfer“ (wie er mit Schalk in den Augen erzählt) nach Zürich führten; von der wirklich pionierartigen Gründung des ältesten Tierparks dieser Art durch den Stadtzürcher Von Orelli, er berichtete von den gewandelten Beziehungen zwischen Mensch und Tier, was nicht zuletzt zu einer ganz anderen Tierhaltung im „Langenberg“ führt: die Tiere sollen so „echt“ wie nur möglich leben können, was heisst, dass der Mensch die Tiere nicht einfach wie im Zoo anschauen kann. Schliesslich führte er uns zu den einzelnen Tieren.
Bei den Wildkatzen erlebten wir den Unterschied zum Zoo gleich „richtig“: den Kater entdeckten wir schliesslich schlafend auf einem Baumstamm, aber von den 4 Jungtieren mit der Katze war weit und breit nichts zu sehen…
Dafür hatten wir dann im Gehege der Wildschweine eine hautnahe Begegnung: zuerst konnten wir sie aus angenehmer Distanz beobachten, die Wildsau, die im Boden nach Essbarem wühlte, danach kam sie ungeniert auf uns zu, kreuzte zusammen mit weiteren Kollegen unsern Weg (den man tunlichst nicht verlassen sollte, da man sonst ihr Territorium betritt, was sie nicht unbedingt sehr schätzen) und lief auf der andern Seite weiter in den Wald hinein… Man fühlt sich schon nicht so ganz sicher in seiner Haut...
.. und ist auch froh, dass die 23 (!) Wölfe hinter einem gut gesicherten Gitter sind. Es war ausserordentlich eindrücklich, wie sie sich fast tänzelnd fortbewegen und noch eindrücklicher zu sehen, wie der Leitwolf Cicco höchst aggressiv auf Andreas Reifler reagiert, den er als männliche Konkurrenz wahrnimmt. Der „Menschen-Chef“ weiss sehr wohl, dass er (nach zwei happigen Begegnungen mit dem Wolfsrudel) das Gehege, das Revier des „Wolfs-Chefs“ nie mehr betreten darf, wenn er lebend wieder herauskommen will! Also doch: der böse Wolf, wie er im Märchen immer wieder vorkommt? Nein, so einfach ist es nicht: es ist erstaunlich zu sehen, wie sozial sich die Wölfe verhalten: als die Leitwölfin eines ihrer drei Jungen aus dem Nest schleppt (um es uns zu zeigen?), kümmern sich alle Tanten, Onkel und ältere Geschwister rührend um das tappsige Kleine, das noch sehr wacklig auf den Beinen ist!
Und als Höhepunkt ist zum Schluss „Bärenfütterung“ angesagt:
Andreas Reifler braucht nur einmal zu pfeifen und „Irma!“ und „Ursus“ zu rufen und schon kommen die beiden Braunbären, die im Moment in einer spannenden Symbiose mit einer zugelaufenen Hauskatze leben, „dahergetrabt“.
Flink fischen sie die in den Teich geworfenen Fische heraus...
... und beissen ...
... und schlecken ...
... und rupfen ...
... und spielen mit dem grossen „Bärenglacé“ (=Fischgefrorenes), das sie als „Dessert“ erhalten.
Es ist ein Vergnügen, ihnen zuzuschauen!