Bonstetten hatte überhaupt viel Pech mit seinen Kirchenglocken. So wird z.B. von einer gesprungenen Glocke berichtet, die 1593 und bereits nach zwei Jahren noch einmal umgegossen werden musste, weil sie erneut gesprungen war. Das gleiche Schicksal erlitt sie ein drittes Mal im Jahr 1798. Auch die anderen Glocken mussten zum Teil mehrmals umgegossen werden. Nur die damals kleinste, „vermutlich über das 15. Jahrhundert hinaus [zurück] reichende u. ein unguter Klang habende Glocke blieb unverletzt…“, aber eben, sie tönte „ungut“, wie 1845 berichtet wird. Kein Wunder also, dass dieses Geläut aus zeitlich unterschiedlichen Güssen keine klangliche Einheit bilden konnte und darum nicht gerade einen Ohrenschmaus darstellte. Umso mehr freute man sich darum 1954 über das schöne, neue und wohlklingende Geläut.
Christine Werner