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Die Holzdecke mit der Davidsgeschichte

Haben Sie schon einmal den Blick in die Höhe gerichtet, bevor Sie durch den Haupteingang in die Kirche eingetreten sind? Wenn ja - dann haben Sie die auf Holz gemalten Bilder bemerkt, die vermutlich von den wenigsten Kirchgängern wahrgenommen werden. In ihrer Art sind diese Bilder einzigartig - weil nirgendwo anders zu finden. Aus diesem Grunde zierten sie auch jahrelang die Frontseite unseres Gemeindebriefs als unverwechselbares Erkennungszeichen.

Die Bilder stellen die Davids-Geschichte aus dem Alten Testament da. Sie wurden vom inzwischen verstorbenen Bonstetter Künstler Joe Mathis 1954 im Zuge der damaligen Gesamtrenovation der Kirche gemalt. (Es handelt sich um denselben Künstler, der auch 1985 die Sonnenuhr an der Südfassade über dem Seiteneingang der Kirche gestaltet hat.)

Die Farbfotografien wurden von Werner Kriesi angefertigt.
Bildtexte von Pfrn. Susanne Sauder.

Gestaltung und Einrichtung dieser Webseite: Pascale Righetti.


Gesamtansicht Holzdecke David


Ansicht quer

Ansicht längs

Diese Situation scheint mir „königstypisch“ und daher nicht eindeutig zuzuordnen zu sein: ein Untergebener bittet um etwas und der König (David?) antwortet „von oben“ herab, bzw. ordnet etwas an oder weist das Anliegen zurück?. Wer hat eine Idee, auf welche Situation sich dieses Bild beziehen könnte?

Nachdem David über Israel König geworden ist und die Philister besiegt hat, will er natürlich die „Bundeslade“ nach Jerusalem, in „seine Stadt“, überführen. Er holt sie in einem grossen Umzug von Kirjat Jearim, aus dem Hause Abinadabs, das auf dem Hügel lag (2. Samuel 6,3). „Und David tanzte voller Hingabe vor dem HERRN (…). Und so brachten David und das ganze Haus Israel die Lade des HERRN hinaus unter Jubel und unter dem Klang des Schofar (= Schafhorn).“ (2. Samuel 6, 14f)

Die Flachdachhäuser im alten Israel, auf denen Getreidekörner getrocknet werden konnten, sind unseren heutigen Balkonen und Terrassen in einem vergleichbar: von dort aus kann man wunderbar beobachten, wer wo was macht…: „Zur Abendzeit erhob sich David von seinem Bett und ging auf dem Dach des Königshauses hin und her. Da sah er vom Dach aus eine Frau, die sich wusch. Und die Frau war von sehr schönem Aussehen.“ (2. Samuel 11,2). David macht kurzen Prozess: er liess diese schöne Frau namens Batseba, Ehefrau von Urija, holen und schlief mit ihr, und sie wurde schwanger. Damit es keinen Skandal gab, musste nun ihr Mann in nützlicher Frist das Zeitliche segnen und dafür war ein Krieg gegen irgendein Nachbarvolk die günstige Gelegenheit: Urija fiel, Batseba hielt die Totenklage und „als die Trauerzeit vorüber war, sandte David hin und holte sie in sein Haus, und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. Dem HERRN aber missfiel, was David getan hatte.“ (2. Samuel 6,26)

Dieses Bild gehört in die leidige Thronnachfolge-Geschichte von David: Klar, dass es damals (und heute gleichermassen) eine der schwierigsten Aufgaben ist, den richtigen, d.h. geeignetsten Nachfolger für einen amtierenden König zu finden. Diese Aufgabe wird nicht leichter, wenn die Kinderschar samt Macht und Geschick des amtierenden Königs gross sind, wie das bei König David der Fall war. So ist es nicht verwunderlich, dass es ob der Thronnachfolge von David schon relativ früh gewalt(tät)ige Geschichten gab, vor allem im Zusammenhang mit seinem ältesten Sohn Absalom. Der hatte verschiedene Parteigänger, die ihn dabei unterstützten, David die „Krone“ zu entreissen; unter anderem einen Mann namens Schimi, von dem es bei 2. Samuel 16,5ff heisst: „Er kam heraus und stiess dabei Verfluchungen aus. Dann warf er mit Steinen nach David und nach allen Dienern von König David (2. Samuel 6,5+6).

Die Thronnachfolge regelt sich schliesslich doch noch – nach über 12 Kapiteln Gezänk und Streit mit verschiedenen Todesfolgen: König David, der unterdessen alt geworden war und hochbetagt entscheidet sich, dass Salomo, der Sohn von Batseba, sein Nachfolger werden soll (1. Könige 1,1-40). „Der König aber schwor und sprach (zu Batseba…): Wie ich dir beim HERRN, dem Gott Israels, geschworen habe, dass Salomo, dein Sohn, nach mir König sein wird und dass er an meiner Statt auf meinem Thron sitzen wird, so werde ich es noch heute in die Tat umsetzen.“ (2. Samuel 6,30)

Samuel hat den Auftrag von Gott erhalten, zum Bethlehemiter Isai zu gehen und einen seiner Söhne zum König zu salben, nachdem Saul bei Gott in Ungnade gefallen war (1. Samuel 16, 1-13). Aber keinen der anwesenden sieben Söhne hat Gott als neuenh König ausersehen. Es tönt fast wie im Märchen: „Es fehlt noch der jüngste. Sieh, er hütet die Schafe“ (11) sagt Isai und er lässt ihn holen: „ Er war rötlich, mit schönen Augen und schön anzusehen. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn, denn dieser ist es!“ (2. Samuel 6,12)

Wohl eine der berühmtesten Davids-Geschichten: der ungleiche Kampf des nur mit einer Steinschleuder bewehrten Hirtenjungen David gegen den hünenhaften Philister-Krieger Goliat, mit Schwert, Speer und Krummschwert bewaffnet (s. Samuel 17). Nachdem David Goliat mit dem ersten Schuss von seiner Schleuder an der Stirn getroffen hatte und dieser umfiel, ging er zu ihm hin, gab ihm mit dessen eigenem Schwert den Todesstoss und schlug ihm den Kopf ab (51). Und als David nach dem Sieg über die Philister zurückgekehrt war, holte ihn Abner und brachte ihn vor Saul, der Kopf des Philisters aber war noch in seiner Hand. (2. Samuel 6,57)

Saul wurde zunehmend von einem bösen Geist geplagt, da der Geist des HERRN von Saul gewichen war (1. Samuel 16,14-23). Zur Linderung seiner Depression (?) empfahlen ihm seine Diener Musik: „Deine Diener (…) werden einen Mann suchen, der es versteht, die Leier zu spielen. Und wenn der böse Gottesgeist auf dir ist, wird er in die Saiten greifen, und das wird dir gut tun.“ (16) Saul war sofort einverstanden mit diesem Vorschlag der „Musiktherapie“ und liess nach einem Mann suchen, der gut spielen kann. Der wurde bald gefunden: „Sieh, ich habe einen Sohn von Isai (…) gesehen, er versteht es, zu spielen, ein Kriegsheld (…) redegewandt, ein Mann von gutem Aussehen und der HERR ist mit ihm.“ (18). So kam es, dass David in den Dienst von Saul trat und „wenn Gottesgeist auf Saul war, David die Leier nahm und in die Saiten griff; dann wurde es Saul leichter, und es tat ihm gut, und der böse Geist wich von ihm.“ (2. Samuel 6,23)

Hintergrund dafür bildet eine richtige „Wüstengeschichte“, wie sie wohl heute noch in Gegenden mit wenig Nahrung und Wasser für die Tiere von halbnomadisierenden Bauern vorkommen könnte: Die Schafe und Ziegen des reichen Bauern Nabal weideten in einem Gebiet, das von David und seinen Mannen geschützt oder kontrolliert wurde. Und als sie hörten, Nabal würde nun seine Schafe scheren, was wohl mit reichhaltigem Essen vergolten wurde, baten sie um den ihnen „zustehenden“ Anteil daran. Dieser hingegen schickte Davids Diener zum Teufel. Dessen Frau Abigajil, die davon vernahm, nahm eilends 200 Brote, zwei Schläuche Wein, fünf zubereitete Schafe, fünf Sea geröstetes Korn, 100 Kuchen aus getrockneten Trauben und 200 Feigenkuchen und lud alles auf einen Esel“ (1. Samuel 25,18) und zog mit diesem „Riesen-Zvieri“ David entgegen – wohl ahnend, dass Nabals Verhalten, das Nicht-Beachten der „Gesetze von Geben & Nehmen“ verheerende Folgen hätte haben können - für sie, ihre Familie und ihren ganzen Besitz.

Eine weitere solche Nahrungsgeschichte steht in 2. Samuel, 16,1; allerdings wird der mit Essen und Trinken vollbepackte Esel hier von einem Mann geführt: „Und als David die Bergkuppe ein Stück weit hinter sich gelassen hatte, sieh, da kam ihm Ziba entgegen, der Diener Mefi-Boschets, mit einem Paar gesattelter Esel, und diese trugen 200 Brote, 100 getrocknete Trauben, 100 Früchte und einen Schlauch Wein.“

Der bereits von Samuel zum König gesalbte David (d.h. designierte Nachfolger von König Saul) musste vor Saul fliehen, da dieser ihm – wohl aus Eifersucht - nach dem Leben trachtete. Zweimal hätte David die Möglichkeit gehabt, Saul im Schlaf zu töten und tat es aber nicht. Als Beweis für seine Grossmut hat er Saul später die entwendeten Gegenstände gezeigt: Sauls Speer und Wasserkrug: „Um des HERRN willen sei es fern von mir, dass ich meine Hand gegen des Gesalbten des HERRN führe! Aber nimm nun den Speer, der bei seinem Kopfende steckt, und den Wasserkrug, und lass uns gehen.“ (1. Samuel 26,11)

 
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